17. Naturgarten-Element: Dachziegelmauer
z. Zt. in Arbeit 
Eine Dachziegelmauer als Trockenmauer ist im Naturgarten ein erstaunlich wertvolles Strukturelement. Durch Hohlräume, unterschiedliche Temperaturen, trockene und feuchte Mikrobereiche sowie mineralische Oberflächen entsteht ein Lebensraum, der vielen Arten sonst fehlt – besonders in aufgeräumten Gärten. 
Sie dient als… 

1. Lebensraum für Tiere Die vielen Spalten, Hohlräume und Zwischenräume bieten: 
  • Verstecke
  • Überwinterungsplätze
  • Eiablageorte
  • Sonnenplätze
  • Jagdhabitate
 Besonders profitieren Reptilien (z.B. Zauneidechse, Blindschleichen). Die wärmespeichernden Ziegel schaffen ideale Sonnenplätze. Amphibien Vor allem die feuchteren unteren Bereiche werden genutzt von Erdkröten,  Molchen und Fröschen. Tagsüber dienen die Hohlräume als Rückzugsort. 
Wildbienen und Insekten nutzen Ritzen und offene Fugen als Nistplätze (Wildbienen, Grabwespen, Käfer). Zusätzlich entsteht ein Jagdgebiet für räuberische Insekten. 

2. Temperatur- und Mikroklimaeffekte
Ziegel speichern tagsüber Wärme und geben sie nachts langsam ab. Das erzeugt: 
  • wärmere Mikrohabitate
  • verlängerte Aktivitätszeiten für Insekten und Reptilien
  • Frostschutz in Hohlräumen
  • geschützte Übergangszonen
 
3. Förderung spezialisierter Pflanzen
In den Fugen siedeln sich oft trockenheitsliebende Pflanzen an (typische Arten: Mauerpfeffer, Hauswurz, Moose, Flechten, kleine Farne, Thymian, Glockenblumen). Die Mauer wirkt dadurch wie ein Miniatur-Felsbiotop. 

4. Erhöhung der Strukturvielfalt im Garten
Naturgärten profitieren stark von unterschiedlichen Strukturen. Eine Dachziegelmauer ergänzt: 
  • Teiche
  • Totholz
  • Hecken
  • Wiesen
 um ein: 
  • trockenes
  • mineralisches
  • wärmegeprägtes Habitat
 Je höher die Strukturvielfalt, desto höher meist die Biodiversität. 

5. Vernetzung von Lebensräumen Trockenmauern dienen vielen Arten als: 
  • Wanderkorridor
  • Trittsteinbiotop
  • geschützte Bewegungsroute
Besonders in Siedlungsräumen sind solche Kleinstrukturen wichtig für den Biotopverbund. 

6. Überwinterungsquartier 
Die frostgeschützten Hohlräume werden genutzt von: 
  • Wildbienen
  • Schmetterlingen
  • Käfern
  • Amphibien
  • Reptilien
7. Die Kombination mit einem Sumpfteich ist besonders wertvoll, da sie die Artenzahl oft stark erhöht, weil Tiere zwischen verschiedenen Mikrohabitaten wechseln können. Beispiele: 
  • Libellen ruhen auf warmen Ziegeln
  • Amphibien verstecken sich tagsüber in der Mauer
  • Eidechsen jagen am Teichrand
  • Wildbienen profitieren von Wasser + Nistplätzen
 8. Nachhaltigkeit und Materialkreislauf 
Alte Dachziegel: 
  • werden wiederverwendet
  • vermeiden Entsorgung
  • sparen neue Baustoffe
  • besitzen oft raue, biologisch gut besiedelbare Oberflächen