Im Oktober 2024 wurde der Igel von der Weltnaturschutzunion IUCN auf der Roten Liste als „potenziell gefährdet“ eingestuft. Igel suchen inzwischen ihre Nester oft in Menschennähe, da sie auf intensiv bewirtschafteten Forst- und Landwirtschaftsflächen (Monokulturen und Pestizideinsatz) kaum noch leben können. Unter Hecken, Gebüschen oder Komposthaufen finden sie im Siedlungsbereich gute Bedingungen für Nestbau und Nahrungssuche. Naturnahe Gärten und Parks bieten ihnen die strukturelle Vielfalt, die sie benötigen. In gepflegten Gärten, klassischen Parks und Schotterflächen ist dies jedoch oft schwierig oder unmöglich.
Durch Gartenzäune und Straßen sind die Igelreviere wesentlich kleiner geworden. Die Tiere benötigen zur Nahrungs- und Partnersuche aber große Reviere. Zäune und Mauern machen dies unmöglich oder zwingen sie zu langen und gefährlichen Umwegen, was wertvolle Energie kostet. Durch Igeltore oder Igelrampen kann man ein begehbares Netzwerk schaffen, so dass Igel die Möglichkeit haben, auf der Suche nach Nahrung zwischen verschiedenen Lebensräumen zu wandern.
Besonders nachtaktive Insekten leiden massiv unter der Lichtverschmutzung. Milliarden von Insekten werden von den nächtlichen Lichtquellen angezogen, sind vom hellen Schein desorientiert und verenden. Ebenso wird die Entwicklung von Raupen und Larven durch Kunstlicht gestört. Insekten in all ihren Formen haben eine zentrale Bedeutung in unserem Ökosystem. Sie sind die wichtigste Nahrungsquelle für viele heimische Wildtiere, darunter auch die Igel. Das enorme Insektensterben durch die Lichtverschmutzung hat somit auch eine negative Auswirkung auf die Igel.
Igel sind neugierige Tier, die im Garten alles durchwühlen und erkunden. So kommt der Igel praktisch mit allen Giften (chemische Pflanzenschutz- oder Unkrautvernichtungsmittel, Schneckenkorn, Mäuse- oder Rattengift, Düngemittel, oder Moosvernichter), die im Garten eingesetzt werden in Kontakt. Natürlich reagieren auch Igel auf diese Gifte. So sind Lähmungen, Organschäden und neurologische Ausfälle die Folgen. Je nach Menge und Art des Giftes können sie auch zum Tod des Igels führen.
Alle heimische Pflanzen fördern das Vorkommen von Insekten, die die Nahrung der Igel sind und nutzen somit auch den Igeln.
Ein Komposthaufen bietet Igeln mehrere Vorteile, wenn er naturnah und sicher gestaltet ist. Zersetzendes organisches Material zieht Käfer, Larven und andere Kleintiere an. Somit ist er eine Nahrungsquelle für Igel. Außerdem bietet er mit dem lockeren Material Unterschlupf vor Räubern und Schutz beim Ausruhen. In den unübersichtlichen Strukturen (Schichtung, Laub, Heu und Äste) entstehen vielfältige Mikrohabitate, in denen Igel sich tagsüber verstecken können. Bei der Gestaltung des Kompostes ist zu beachten, dass keine scharfen Kanten und Gitter eingesetzt werden, an denen sich Igel verletzen könnten. Natürlich müssen Zugänge ermöglicht werden, damit Igel hinein- und herauskönnen.
Igel profitieren von einem Teich mit Sumpfzone vor allem durch die vielfältigen Nahrungsmöglichkeiten. Insekten werden angezogen, die von Igeln gefressen werden. Zusätzlich finden sich Käfer, Spinnen und andere Kleintiere rund um den Wasserrand. In der Nähe eines naturnahen Teichs steigt oft die Vielfalt an Beutetieren, was die Nahrungssicherheit des Igels erhöht. Der Teich bietet eine ständige Wasserstelle zum Trinken. Feuchte Bereiche helfen außerdem beim Abkühlen. Bei der Teichgestaltung muss man beachten, dass die naturnahe Uferzone mit heimischen Uferpflanzen ausgestattet wird (statt einer „sauberen“ Kante). Außerdem benötigen Igel eine sichere Zugangsmöglichkeiten zum Wasser und Ausstiegshilfen.
Eine Hecke mit einheimischen Pflanzen ist für Igel extrem wertvoll. Dichte, heimische Sträucher bilden ein geschütztes Dickicht. Darunter sammelt sich Laub – perfekt für Tagesverstecke und den Winterschlaf. Igel sind Insektenfresser. Heimische Hecken ziehen viele Käfer, Raupen, Spinnen und Regenwürmer an. Sie bieten durch Blüten und Beeren Lebensraum für zahlreiche Insekten und damit einen reich gedeckten Tisch für Igel. Exotische Zierhecken (z. B. Thuja) bieten dagegen keine / kaum Nahrung für Insekten. Hecken wirken auch wie „grüne Autobahnen“. Igel können sich geschützt vor Fressfeinden (und teilweise auch vor Straßen) durch Gärten bewegen und bieten so einen sicheren Wanderkorridor. Dichte Hecken bieten ebenso sichere Plätze für die Aufzucht der Jungen. Eine heimische Hecke fördert die Artenvielfalt und mehr Biodiversität bedeutet mehr Nahrungsangebot für Igel.
Siehe Fledermausgarten!
Siehe Fledermausgarten!
Siehe Fledermausgarten!
Bitte denken Sie daran, dass immer wieder Verletzungen durch Heckenscheren, Rasenmäher oder Mähroboter für Igel tödlich enden können. Kontrollieren Sie vor solchen Maßnahmen, ob sich ein Igel in der näheren Umgebung versteckt. Auch durch chemische Rasendünger können die Tiere vergiftet werden.