Sie leiden nicht nur unter Wohnungsnot, sondern auch an Nahrungsmangel. Fledermäuse fühlen sich am wohlsten in einem vielfältig gestalteten Garten. Ein solcher Garten ist für Insekten attraktiv und damit auch für Fledermäuse. Unsere ein-heimischen Fledermäuse sind vorwiegend Insektenfresser, aber auch Spinnen und Weberknechte stehen auf dem Speiseplan. Demnach muss ein Fledermausgarten einerseits für nachtaktive Insekten ein attraktives Nahrungsangebot zur Verfügung stellen und andererseits auch die Entwicklung dieser Insekten (z.B. durch entsprechende Futterpflanzen für Raupen) ermöglichen. Im Natur-im-Garten haben die Fledermäuse gute Voraussetzungen!
Licht wird zur tödlichen Falle für nachtaktive Insekten, da sie wegen des Dauerumkreisens des Lichts erschöpft sterben oder verbrennen können. Wissenschaftler sehen Lichtverschmutzung als wesentlichen Grund für den starken Rückgang der Insektenzahlen. Dadurch reduziert sich das Nahrungsangebot für Fledermäuse. Zusätzlich verändert sich deren nächtliches Verhalten: Einige Arten jagen in der Nähe heller Lichtquellen, andere wer-den bei der Futtersuche massiv durch das Licht gestört. Befinden sich Lichtquellen in der Nähe von Fledermausquartieren, werden die Quartiere häufig verlassen. Zudem kann helles Weißlicht Fledermäuse desorientieren (wahrscheinlich wird die Echolot-Funktion „abgeschaltet“), was zu tödlichen Kollisionen führen kann.
Gifte reichern sich über die Nahrungskette im Fettgewebe von Fledermäusen an. Bei Wanderungen oder während des Überwinterns werden Fettdepots abgebaut und die so freigesetzten Gifte (z. B. Pestizide) gelangen in hohen Konzentrationen ins Gehirn, was zu Funktionsstörungen oder dem Tod führen kann. Auch Holzschutzmittel werden von Fledermäusen an ihren Hangplätzen (Sommerquartieren) über Haut, Körperpflege oder Atemluft aufgenommen und haben ähnliche Folgen. Zudem verringern Neonikotinoide und andere Pestizide die Insektenmenge und reduzieren so die Nahrungsgrundlage der Fledermäuse.
Das Wasser zieht viele Insekten an – und bietet Fledermäusen so einen reich gedeckten Tisch. Im Wasser haben die Larven vieler Insekten ihre Kinderstube. Wenn die flugfähigen Insekten schlüpfen, wissen die Fledermäuse dies genau. Von weit her kommen die Tiere geflogen, um dicht über den Gewässern zu jagen. Ein Teich für Fledermäuse sollte nicht mit Fischen besetzt werden. Fische fressen Eier und Larven der Insekten, bevor die Fledermäuse etwas davon abbekommen.
Höhlen in alten Bäumen oder alte Keller werden gern als Winterquartier genutzt, wenn sie kühl, feucht und frostfrei sind. Wo es das nicht gibt, kannst du Wohnraum schaffen. Ein Fledermausbrett oder ein Flachkasten sowie Höhlenkästen werden von den Tieren gern angenommen.
Im Komposthaufen leben viele Insekten, die den Fledermäusen als Nahrung dienen (z.B. Microchrysa polita).
Jede Fledermausart bevorzugt bestimmte Insekten und besitzt eine eigene, ihr typische Art zu jagen. So vermeiden die verschiedenen Fledermausarten Konkurrenz um die Nahrung. Manche Arten jagen im freien Luftraum, andere sammeln Insekten von Blättern oder sogar vom Boden auf. Ich habe einheimische Pflanzen aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Bei Interesse schicke ich Ihnen die Liste gerne zu.
Nachtfalter benötigen nachtblühende und nektarreiche Blütenpflanzen, wie zum Beispiel Leimkraut (Silene vulgaris - Gemeines Leimkraut), Silberblatt (Lunaria spec.) oder Seifenkraut (Saponaria officinalis). Durch ihren intensiven Duft locken die Pflanzen Nachtfalter an, die Lieblingsspeise vieler Fledermausarten
Schwärmer sind nachtaktive Schmetterlinge, die unter anderem von der großen Bartfledermaus gejagt werden. Sie verfügen über einen besonders langen Saugrüssel, der ihnen das Eindringen in tiefe Kronröhren ermöglicht. Labkraut und Weideröschen gehören zu ihren bevorzugten Besuchspflanzen.
Käfer sind z.B. die Lieblingsspeise der Breitflügelfledermaus und repräsentieren eine der artenreichsten Insektengruppen. Käfer sind an verschiedene Lebensräume und Ernährungsweisen angepasst. Besonders pollenfressende Käfer profitieren von mehr Nahrungsangebot in Gärten. Bevorzugte Blütenbesuche erfolgen bei pollenreichen Arten wie Goldlack oder Kerbel. Geeignete Käferpflanzen in Gärten sind beispielsweise: Wiesen-Flockenblume, Blutweiderich, Haselnuss, Weißdorn, Rotklee, Wolfsmilch, Johanniskraut.
Schwebfliegen zählen zur Nahrung der meisten Fledermäuse (z. B. Braunes Langohr). Sie ernähren sich von Nektar und Pollen und trinken bevorzugt dünnflüssigen Nektar von flachkronigen Blüten wie Doldenblüten (z. B. Dill) und Korbblütengewächsen (z. B. Löwenzahn). Zudem besitzen sie einen besonders langen Saugrüssel, mit dem sie auch in tiefe Kronröhren eindringen können, etwa in Lichtnelkenblüten.
Ob Zaun, Mauer oder Fassade: Flächen lassen sich gut begrünen mit Kletterpflanzen wie Jelängerjelieber (Lonicera caprifolium), Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum) oder Waldrebe (Clematis vitalba). Wie Hecken und Waldränder bilden Zäune und Fassaden linienhafte Strukturen, die von Fledermäusen gern zur Jagd genutzt werden.
Kräuter sind die reinsten Insektenparadiese. Nicht nur die Blüten, auch die duftenden Blätter von Pflanzen wie Thymian, Salbei, Oregano oder Minze locken zahlreiche Insekten an.
Der Käferkeller, ist Lebensraum und Entwicklungszone für Käfer. Je nach Holzart unterstützt man damit unterschiedliche Tierchen. Diese dienen wiederum als Nahrungsquelle für Vögel, Spitzmäuse, Fledermäuse, Igel uvm. Ein Käferkeller nutzt Totholz, um ein spezielles Habitat für die Fortpflanzung und Entwicklung von Käferlarven und anderen Lebewesen zu schaffen.
Der Wurzelgarten wird anders angelegt als übliche Totholzelemente, da er andere Ziele verfolgt. Hier werden Baumwurzeln und Holzstämme im Halbschatten oder Schatten aufgehäuft und so viele unterschiedliche Hohlräume geschaffen. Die Hohlräume werden zum Teil mit Erdreich gefüllt. Diese werden mit heimischen Pflanzen (z.B. Große Sternmiere, Kriechender Günsel, Stinkender Nieswurz, Schlüsselblume, Christrose) begrünt. So entsteht ein einzigartiges Kleinklima, das u.a. Käfer anzieht.
Eine artenreiche Blumenwiese lockt die meisten Insekten an. Dafür genügt es, einen Gartenbereich nur noch 2–3 Mal jährlich zu mähen, damit sich dort zahlreiche einheimische Wildpflanzen ansiedeln.