Wo früher ein Stück Maschendrahtzaun stand, entstand bei uns eine Totholzwand aus unterschiedlich dicken Ästen und Baumstämmen verschiedener Baumarten. Was auf den ersten Blick wie „totes“ Holz aussieht, steckt voller Leben: Käfer, Wildbienen, Spinnen, Asseln, Pilze, Flechten und viele weitere Organismen finden hier Nahrung, Verstecke, Nistmöglichkeiten und Überwinterungsplätze. Die Sonne erwärmt das stehende Totholz. Risse, Spalten und Bohrgänge schaffen vielfältige Kleinlebensräume, die besonders wärme- und trockenheitsliebende Insekten, Wildbienen und Käfer nutzen. Mit der Zeit wird das Holz von Pilzen und anderen Zersetzern abgebaut. Dabei entstehen immer neue Strukturen und Lebensräume – Totholz verändert sich und bleibt über viele Jahre wertvoll. Auch für unsere größeren Gartenbewohner haben wir mitgedacht: Einen Stamm haben wir bewusst so angebracht, dass darunter ein Durchgang für Igel entstanden ist. So ersetzt die Totholzwand nicht einfach nur ein Stück Zaun – sie ist gleichzeitig Lebensraum, Struktur, Sichtschutz und Durchgang für Tiere. Aus einer Barriere wurde ein Lebensraum.